Modellbetriebe:

Thementage März 2010

++ Erfolgreicher Auftakt der Veranstaltungsreihe
„Thementage“ im ProVes-Projekt
17. März 2010
Die Veranstaltungsreihe „Thementage“ dient dem unternehmens- und regionsübergreifenden Austausch zu inhaltlichen Schwerpunk­ten, die in den vier ProVes-Regionen (Nord, Ost, Süd und West) behandelt werden. Die ersten beiden Thementage im ProVes-Projekt widmeten sich dem Berufsbild und den Einsatzmöglichkeiten der Fachkraft im Fahrbetrieb sowie dem Arbeitsorganisationsmodell Mischarbeit. An der Veranstaltung am 09./10. März 2010 in den Räumlichkeiten der üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus dreizehn Verkehrsunternehmen und aus den vier ProVes-Forschungsinstitutionen teil.

Thementag Fachkraft im Fahrbetrieb
Am ersten Tag wurden der Beruf und die Einsatzmöglichkeiten der Fachkraft im Fahrbetrieb als Teil des Projektschwerpunktes „Beruflichkeit und Kultur“ diskutiert. Nach der Begrüßung durch Dr. Ulrich Fischer (üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG) erläuterte Michael Weber-Wernz (VDV Akademie) Leitthesen, Erfahrun­gen und Einsatzkonzepte des Berufs Fachkraft im Fahrbetrieb. Unter anderem zeigte er mögliche Kar­rierewege auf und betonte, dass es sich bei dem Beruf um ein identitätsstiftendes Berufsbild handelt.

Den schulischen Teil der beruflichen Ausbildung zur Fachkraft im Fahr­betrieb stellte der Berufsschullehrer Nico Fett (Berufsbildende Schulen Burgdorf-Lehrte) dar. Die Diskussion verdeutlichte, dass das Engagement von Berufsschullehrerinnen und -lehrern großen Einfluss auf eine gute und erfolgreiche Ausbildung haben kann.

Am Nachmittag zeigten Martin van Pelt und Jürgen Schult (beide üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG) wie Ausbildung und Einsatz der Fachkräfte im Fahrbetrieb in ihrem Unternehmen gestaltet werden. Unter­mauert wurde die Darstellung durch einen Erfahrungsbericht von Sebastian Schlund, einem ausgebildeten „FiF“ der üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG. Mit seinem Vor­trag konnte er anschaulich darlegen, welche Einsatzvielfalt möglich ist und welches Potenzial in diesem Berufsbild liegt.

Die ersten Ergebnisse der im Rahmen des ProVes-Projekts durchgeführten Experteninterviews stellte Stefan Hilger (VDV Akademie) vor. Durch Zitate und zentrale Aussagen aus den Interviews illustrierte er die durchweg positiven Erfahrungen, die in den befragten Unternehmen mit den Fachkräften im Fahrbetrieb gemacht werden.

Als eines der ersten Unternehmen hat die Kraftverkehrs­gesellschaft Hameln Jugendliche zur Fachkraft im Fahrbe­trieb ausgebildet. Die umfangreichen Erkenntnisse hierzu schilderte Carsten Busse, wobei er auch die zentrale Be­deutung der „FiF’s“ in der langfristigen Personalplanung des Unternehmens skizzierte. Besonders betonte er die Po­tenziale der Fachkraft im Fahrbetrieb für den Einsatz bei Mischarbeit.

Die wichtigsten Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen für die Projektpartner wurden von Michael We­ber-Wernz zusammengefasst und fließen in die weitere Projektarbeit ein.

Thementag Mischarbeit
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des arbeitsorganisatorischen Gestaltungskonzepts Misch­arbeit als Bestandteil des ProVes-Schwerpunkts „Organisationsentwicklung“.
Nach der Begrüßung durch Gereon Stock (prospektiv GmbH, Projektleitung ProVes) gab Kai Beutler (MA&T GmbH) eine kurze Einführung zu Definitionen und zur Abgrenzung von Mischarbeit. Im Folgenden waren die Anwesenden aufgefordert mitzuarbeiten und Einschätzungen zur Mischarbeit für ihr Unternehmen abzu­geben. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Teilnehmer die jetzige, aber auch die zukünftige Be­deutung von Mischarbeit einschätzen.

Einen Input zur Diskussion gaben Franz-Josef Metzger und Thomas Asmus (beide Stuttgarter Straßenbahnen AG). Sie berichteten von der bereits ausgeführten sowie auch in Zukunft geplanten Mischar­beit bei SSB. Dabei wurde für die Anwesenden noch einmal deutlich, welche Hürden und welche Erfolg versprechenden Faktoren bei der Einführung von Mischarbeit von Bedeutung sind.

Am Nachmittag wurden in zwei parallelen, moderierten Arbeitsgruppen die Themen „Mischarbeits­modelle“ und „Umsetzung von Mischarbeitsprojekten“ diskutiert. Als Ergebnisse aus den Arbeits­gruppen wurde deutlich, dass Mischarbeit in hohem Maße dazu geeignet ist, einseitige Belastungen der Beschäftigten zu reduzieren. Die Schwierigkeit besteht aber häufig darin, den betriebswirt­schaftlichen Nutzen mit Kennzahlen exakt zu beziffern.

Der nächste Thementag zu Mischarbeit wird in Stuttgart stattfinden, dann werden die Erfahrungen beim Einsatz von Mischarbeit in den ProVes-Betrieben Schwerpunkt sein.

Download der Vorträge

Impressionen: Photos von der Veranstaltung


++ ProVes-Thementage
18. Februar 2010
Die ersten Thementage Anfang März in Hannover widmen sich den Themen "Fachkraft im Fahr­betrieb" als junges Berufsbild und dem Arbeitsgestaltungskonzept "Mischarbeit". Hier werden die zentralen projektbezogenen Forschungs- und Gestaltungsfragen gemeinsam mit Fachexperten aus den Branchen Öffentlicher Personennahverkehr und Schienengüterverkehr, anderen Branchen (auch aus der Industrie) sowie Wissenschaftlern und Praktikern erörtert. Es wird erwartet, dass die Diskussionsresultate für viele Unternehmen der Branche und zum Teil auch darüber hinaus relevant sind.

Thementag "Fachkraft im Fahrbetrieb"

Mit dem vergleichsweise jungen Berufsbild der "Fachkraft im Fahrbetrieb (FiF)" entstehen zahlreiche Chancen, qualifizierte Nachwuchskräfte vielseitig in den Kerndienstleistungen von Verkehrsunter­nehmen einzusetzen. Bislang, so scheint es zumindest, werden noch nicht alle Potentiale ausge­schöpft, die dieses Berufsbild aufgrund seiner breiten Ausbildung bietet. Gleichzeitig wird vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an das Personal, z. B. bezüglich der Servicequalität, eine weitere Professionalisierung der Berufsbilder im ÖPNV als notwendig erachtet.
Im Rahmen des Thementages werden verschiedene Experten ihre Erfahrungen mit neuen Aus­bildungsberufen schildern und es werden erste Ergebnisse der Befragungen aus ProVes vorgestellt.

Thementag "Mischarbeit"

Das Arbeitsmodell der "Mischarbeit" bietet zahlreiche Vorteile: Es erhöht die Flexibilität des Mitarbeitereinsatzes, beugt einseitigen Belastungen vor und trägt gleichzeitig zur Kompetenzer­weiterung der Beschäftigten bei. Insbesondere vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung des Erhalts bzw. des Ausbaus der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit sowie den steigenden Anforderungen an Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit birgt Mischarbeit eine Reihe Erfolg versprechender Ansätze.
Im Rahmen des Thementages werden arbeitswissenschaftliche Modelle der Mischarbeit genauso behandelt wie auch betriebliche Beispiele, sei es aus Verkehrsunternehmen oder aus Industrie­unternehmen.


Foto: Pierre Graser, Hannover